Sonntag, 1. März 2015

Hurra, ich springe!

Schreiben reift sprunghaft. Die professionelle Entwicklung einer Autorin oder eines Autors vollzieht sich in Phasen. Sie ist auf keinen Fall regelmäßig. Sie ist wie das Leben selbst: Die Dinge geschehen in Wellenform. Dies betrifft die eher administrative Seite, in der man lernt, mit Verlegern, Agenten, dem Buchmarkt umzugehen. Es betrifft vor allem auch die schreibtechnische Seite. Das Handwerk, wenn man so will. Plotten, Figuren erarbeiten, Dialoge schärfen, eine passende Perspektive wählen ... all diese Fertigkeiten reifen, indem man das immer wieder tut: Schreiben. Formulieren. Einen Text komponieren. Wie bei einem guten Handwerker , der "gefühlsmäßig" schon weiß, an welchem Rädchen er noch ein bisschen weiter drehen muss, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Und weil das so ist: Übermäßige Selbstkritik, Verzweiflung und Eigendestruktion erübrigen sich, denn der Autor, der ein Leben lang ein Autor bleibt, lernt mit der Zeit auch Geduld. Man durchläuft einfach Hässliche-Entlein-Phasen. Es gibt Zeiten, wo nichts wirklich locker von der Hand zu gehen scheint. Dafür gibt es Zeiten, in denen alles fluppt: Der Klang der Story überzeugt von Anfang an, die Beschreibung reißt mit, die Charaktere sind sofort vorstellbar.
Daher ist übermäßige Sorge in den Zeiten, in denen man ab und zu festhängt, völlig unangebracht. Es geht immer weiter - in Wellen. Oder, wer's dynamischer liebt: in Sprüngen. 

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