Freitag, 6. Februar 2015

Gruß aus der Krimiküche

Gemäß einer Marketing-Idee, die ich auf Twitter aufgeschnappt habe, präsentiere ich Ihnen heute S. 99 aus dem neuen Katinka-Palfy-Krimi Zuträger! Einfach so, ohne Zusammenhang, ohne Vorbereitung. Einfach nur als Gruß aus der Krimiküche ...



Er wiegte den Kopf. »In ihrem früheren Zustand ja.
Da hätte sie kein Blatt vor den Mund genommen und
alle Möglichkeiten ausgeschöpft, es dem Typen heimzuzahlen.
Aber sie war so verändert. Sie hat diesem Vollpfosten
ihre Seele geschenkt. Marie war nicht mehr sie
selbst. Das mit dem Laufen … das hat sie angefangen,
bei Kvintu. Weil da alle laufen, und weil sie dazugehören
wollte. Sie war immer sportlich. Spielte Volleyball
in der Uni und so. Und Wolfram läuft auch. Echt, diese
verdammte Lauferei … Als wären die alle permanent
vor irgendwas auf der Flucht. Nur nicht hinsetzen. Nur
nicht in die Luft gucken. Nur nicht nachdenken …« Er
verlor den Faden.
Katinka rieb sich die Stirn. Sie musste jetzt höllisch
aufpassen, was sie ihm anvertraute.
»Ben, das ist jetzt wirklich wichtig. Was wissen Sie
über Wolfram Grät?«
Ben schwieg. Er kämpfte mit den Tränen und wollte
es nicht zeigen.
»Ben! Eine andere Frau ist verschwunden. Auch eine
aus dem Unternehmen Kvintu. Womöglich ist ihr etwas
zugestoßen. Wie Marie. Verstehen Sie? Es darf nicht an die
Öffentlichkeit, um sie nicht zu gefährden, falls sie noch
lebt. Verstehen Sie mich?«
Er nickte. Seine Wangenmuskeln spielten unter der
Haut. »Klar. Ich habe ihn beschattet.«
»Grät?«
»Er hat drei Kinder mit seiner Frau. Sie wohnen ziemlich
schick. In Stegaurach. Großer Garten, zwei Autos,
Carport … Der älteste Sohn ist ungefähr 17, der zweite
ein bisschen jünger. Das Mädchen ist gerade in die Schule
gekommen.«

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