Freitag, 2. Mai 2014

Was, wenn sie entkommen wäre?

Friederike Schmöe schreibt die Skandalgeschichte um Herzog Johann Casimir und seine erste Frau Anna von Sachsen neu - und gewinnt damit den HOMER 2014 für die beste historische Kurzgeschichte in Bronze.

Allen Coburgern ist der tödliche Rosenkrieg zwischen Herzog Johann Casimir und seiner Ex-Frau Anna von Sachsen ein Begriff. Wegen deren Affäre mit Ulrich von Lichtenstein ließ der Monarch sich scheiden und warf die unliebsame Anna in den Kerker. Sie starb 1613 nach 20 Jahren Gefangenschaft.
Den größen Familienskandal des Coburger Herzogtums nahm Krimiautorin Friederike Schmöe zum Anlass, die Geschichte umzuschreiben. Was, wenn Anna von Sachsen ihrer Kerkerhaft entkommen wäre? Womöglich gar unerkannt? Hätte Rache sie umgetrieben? Auf wessen Hilfe hätte sie zählen können? Und starb der Herzog wirklich - wie es offiziell heißt - an einem Steinleiden? In Schmöes "Das geheime Wissen der Zofe" nämlich findet Anna eine Verbündete in der kräuter- und pilzkundigen Agnes, die Johann Casimir in Sachen Kaltschnäuzigkeit in nichts nachsteht. Sie ahnen: Für den Herzog wird es eng.
Der Kurzkrimi ist, zeitnah zu Johann Casimirs 450. Geburtstag, in der Anthologie "Bitterer Nachgeschmack; Giftmorde einst und jetzt" erschienen.

Friederike Schmöe: Das geheime Wissen der Zofe. In: Iny Lorentz, Claudia Senghaas (Hrsg.): Bitterer Nachgeschmack. Giftmorde einst und jetzt. Gmeiner, Meßkirch 2013. S. 292-335. ISBN 978-3-8392-1468-8. € 12,99.


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