Mittwoch, 3. Oktober 2012

Die Geschichten in mir

Neulich auf einem Festival: Es entstand eine Diskussion um die Frage, warum wir schreiben, was wir schreiben. Wir Autoren.
Da ging es natürlich auch um die Frage des Marktes, gewiefte Überlegungen, ob man jetzt eher für Frauen als für Männer schreibt oder umgekehrt, ob Frauen harte Krimis mögen und Männer weiche und so weiter.
Ich bin ziemlich interessiert an Marktfragen. Es ist einfach prickelnd, die entsprechenden Studien zu lesen und mit Verlegern, Buchhändlern, Kollegen und Lesern darüber zu sprechen, wer sich wofür begeistert, wer welche Bücher am liebsten liest und wo der Krimitrend denn hingeht.
Aber ich bin überzeugt, dass es vor allem darauf ankommt, die Bücher zu schreiben, die mir persönlich wichtig sind. Ich schreibe sie, und ich brenne für ein Thema, eine Botschaft. Deswegen mache ich das Thema zum Ausgangspunkt eines Romans. Weil ich spüre, hier gibt es etwas, das erzählt werden will. Ehrlich, mit Hingabe, mit Verve, mit Nachdruck, professionell und von mir aus auch mit Blick auf den Markt. Aber zunächst muss ich selbst die Geschichte faszinierend finden; und ich muss das Buch mögen. Honoré de Balzac sagte einmal sinngemäß: "Schreib etwas, was dir selbst gefällt, und viele werden es mögen. Schreib etwas, was allen gefällt, und niemand wird es mögen." 

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