Dienstag, 21. August 2012

Mind Games - S. 99

Immer wieder gern - ein Einblick in Mind Games. Ein Thriller für Jugendliche ab 14. Stuttgart, Kosmos 2012. Mit der bewährten Methode "99".

Stoff ja auch zwei Wochen lang reingezogen. Hab mich richtig krank
gefühlt am Ende! Jedenfalls besteht das größte Problem nicht mehr
darin, dass sich Millionen mit irgendeinem ekligen Virus anstecken
und sterben wie die Fliegen“, fuhr er fort, „sondern es gibt ein volkswirtschaftliches
Desaster. Die Leute, die reihenweise nicht mehr zur
Arbeit können, weil sie ausgebrannt oder weggetreten sind, kosten
den Staat eine ganze Stange Geld. Es wird irgendwann immer weniger
Arbeitnehmer geben, die sich jeden Morgen zu ihrem Job schleppen,
und immer mehr, die das einfach nicht mehr schaffen. Dadurch
wird weniger Einkommen erwirtschaftet und das führt dazu, dass
die Geldreserven nicht mehr ausreichen, um den Kranken den Lohn
weiterzuzahlen und ihre Behandlung zu finanzieren.“
„Verstehe“, murrte Jon. „Ich fühle mich auch jeden Morgen beschissen,
wenn ich zur Schule soll. Ist also eine Krankheit. Ich gehöre
behandelt.“
„Deshalb wäre es doch wunderschön, wenn Labore Arzneimittel
zusammenbrauen, die dafür sorgen, dass die Leute gern zur Arbeit
gehen“, spann Val den Gedanken weiter. „Da ist jemand, der was
erledigen soll, wozu er ein bisschen Mumm braucht. Es ist nicht klar,
ob er es gebacken kriegt. Hat er Angst, vermurkst er den Auftrag
vielleicht. Kann auch sein, dass er in letzter Sekunde kneift. Ist er
aber auf Erfolg getriggert, zieht er sein Zeug durch und fertig ist der
Lack.“
Kris und Jon sahen Val bewundernd an.
„ADHS zum Beispiel ist nicht heilbar“, fuhr Val fort. „Du nimmst
einfach deine Pillen. Tag um Tag, Jahr um Jahr.“
„Arbeiten die bei Glinkas Labor an so was?“, fragte Kris schließlich.

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