Samstag, 24. März 2012

Seite 99 - Rosenfolter


Wird immer wieder gern gelesen - S. 99 aus einem in Kürze erscheinenden Roman.
Hier also S. 99 aus "Rosenfolter":

»Schon dabei.« Sabine setzte sich an den nächstbesten

PC. »Unser einziger Verdächtiger schweigt übrigens. Er

macht keinen Mucks.«

»Ich kümmere mich um den Kaffee«, verkündete Katinka

und setzte die Maschine in Betrieb. Sie trat auf den Gang,

um Wasser zu holen. Dabei traf sie Urban Dütsch. Sein

rotes Haar leuchtete neonartig. Die Polizeiuniform stand

ihm genauso wenig wie früher, aber sein Lächeln wertete

alles andere auf. In breitestem Bambergerisch rief er:

»Mensch, Frau Palfy, ich habe Sie lange nicht mehr gesehen.

Haben Sie den Kaffee in Bambergs Gaststätten inzwischen

leergetrunken, dass sie bei uns nachtanken müssen?«

»Noch nicht. Aber irgendwann wird es soweit kommen.

Ich spüre es.«

Urban Dütsch nickte. In ihren ersten Fällen hatte Katinka

öfter mit dem Polizisten zu tun gehabt, doch mittlerweile

ergab es sich kaum noch. Sie musste sich eingestehen, dass

seine positive Art ihr fehlte.

»Also, bis demnächst mal.«

Sie kehrte mit gefüllter Kanne in Hardos Büro zurück

und setzte Kaffee auf.

»Wellmann ist ein mieser, kleiner Goldfisch, der gern

Hecht im Teich spielt«, fing Hardo an. »Hast du unterschrieben?«

»Noch nicht.«

»Dann lass die Finger davon.«

»Ich suche mir zunächst einen zweiten Gutachter.«

»Katinka …«

»Himmel, Hardo, lass mich in Ruhe damit, okay? Ich

kann meine Entscheidungen durchaus alleine treffen.«

»Darum geht’s doch gar nicht.« Tief durchatmend

klappte Hardo seinen Laptop zu.

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