Samstag, 18. Juni 2011

S. 99 - die zweite

Die Idee, S. 99 aus einem bald erscheinenden Buch ins Netz zu stellen, habe ich auf Twitter aufgeschnappt - hier mehr Infos. Viel Spaß!

„Du kennst den Zeitplan! Ihr alle kennt ihn! In drei Tagen hätte ich den Patch hochgeladen. Sämtliche Rechner wären innerhalb von weniger als dreißig Minuten aktualisiert und geschützt gewesen.“

Gewesen. Kea mit ihrem Feingefühl für Worte könnte zu einem einzigen Partizip eine Menge sagen.

„Das Defacing ist nicht unser größtes Problem. Unser Problem ist die Öffentlichkeit. Medien, Blogger und Co.“ Freiflug griff nach seiner Thermoskanne. „Magst du Kaffee?“

„Bloß nicht.“

„Die Presse hatte natürlich sofort Wind von der Sache. Die Reporter hängen uns am Arsch. Ich bin dran, sämtliche Webseiten mit dem Status von gestern hochzuladen, damit die echte Version online ist. Vorher muss durchgecheckt werden, ob irgendwelche Würmer in den Dateien rumkriechen, die das ganze Schlamassel morgen früh zur selben Zeit neu auslösen könnten.“

„Dann mach das.“ Nero stand auf. Seine Stimme zitterte. Ihm war übel. So übel wie nie zuvor in seinem Leben.

„Woncka will dich sehen.“

„Habe ich mir gedacht. Ich gehe sofort.“ Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Freiflugs Blick ausweichend, ging er zur Tür.

„Nero?“

„Ja?“ Er drehte sich um.

„Das hier ist nicht das ganze Leben.“

„Nein.“ Er verließ das winzige Büro. Am Türrahmen hielt er sich kurz fest. Ihn schwindelte.

S. 99 aus "Wasdunkelbleibt" - ein sechster Fall für Kea Laverde. Erscheint im Juli 2011.

Kommentare:

AnnetteWeber hat gesagt…

Perfekt!

Quirina hat gesagt…

Ausgezeichnet!

Friederike Schmöe hat gesagt…

Danke, Ihr Lieben!
Beste Grüße!