Montag, 8. November 2010

Claude-Yves

Kennen Sie Claude-Yves?
Ich kannte ihn bis heute morgen nicht. Heute morgen tauchte er urplötzlich und unerwartet auf. Wieder eine von diesen Figuren, die aus den Kulissen treten und Einlass begehren. Hej, ich will mitmachen in deinem neuen Buch! Gib mir eine Rolle, na los!
Claude-Yves also ist der Restaurantchef des "La Méditerranée" - und wer denkt da nicht an den wundervollen Chanson von Georges Moustaki. Doch halt! Claude-Yves - mystisch genug - stamt aus Kanada, aus Québec, hat einen französischen Pass und ist Kunde bei Ghostwriterin Kea Laverde. Die ghostet seine Autobiografie, wobei jedes Kapitel abgerundet wird von einem Rezept, einer ganz speziellen Kreation von Claude-Yves persönlich.
Jetzt fragen Sie mich bitte nicht, woher ich die Idee zu Claude-Yves hatte! Ich kenne keinen Claude-Yves persönlich, ich wollte keinen Koch in dem Buch haben, schon gar keinen frankophonen, doch mit einem Mal ...
Das ist das Mysterium des Schreibens und Geschichtenerfindens. Dinge geschehen. Figuren schleichen sich ein. Drinks stehen auf dem Tisch, auf die man eigentlich momentan (bewusst) gar keinen Appetit hat. Da dampft ein Ratatouille, garantiert mit einem Beifußzweig garniert - aber warum?
Ich! Weiß! Es! Nicht!
Wirklich - das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Warum quälen Sie sich auch so sehr mit den Warums und Wohers, liebe Leser? Ist das noch ein Reflex aus der Schulzeit, wenn die Deutschlehrer wissen wollten, was denn der Autor mit dieser Scherbe und diesem Glas und diesem Nebensatz gemeint habe.
Ich verspreche: Ich habe nichts gemeint. Claude-Yves stellte sich vor und ich fand ihn nett. Also macht er mit in Keas 6. Fall. Sie werden ihn kennenlernen. Auch wenn bis dahin noch ein wenig Zeit ist ...

Kommentare:

Petra hat gesagt…

Na, da grüßt ihn doch gleich mal der Elsässer-Franzose Yves mit seinem Restaurant im Ried aus meinem Roman "Lavendelblues" ganz herzlich! Kanada-Yves soll sich vor abgehalfterten Sängerinnen und der Russenmafia hüten und bloß kein Lavendeleis anrühren (Rezept: meinen Namen anklicken)

Ich habe mich ja damals gefragt, warum Köche so gern Yves heißen. Der meine meinte, das klänge so schön wie ein Teekessel, der pfeift ;-)

Guten Appetit aus France!

Friederike Schmöe hat gesagt…

Hallo Petra!
Lavendeleis? Hmmmm.
Claude-Yves nimmt die Grüße dankend entgegen; er kocht Spezialitäten rund ums Mittelmeer, macht auch ab und zu was Illegales, wie es sich für eine vernünftige Krimifigur gehört, und ist die Zuflucht für meine Heldin, wenn sie 1. hungrig ist und 2. auf dem Schlauch steht (ermittlungstechnisch) ...
Grüß mir la douce France!
Friederike

Petra hat gesagt…

Das klingt nach einem "must have"! Den Kerl könnte ich heute sogar in meiner Küche gebrauchen.
Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich "kulinarische" Krimis liebe? Ohne dein Blog wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass es sowas noch gibt. Eine Wohltat nach der sonst üblichen Eingeweideschredderei der durchgeknallten Serienmörder.

Gutes Gelingen et bonne chance,
Petra

Friederike Schmöe hat gesagt…

Hallo Petra,
ich schick ihn Dir rüber! :)
Stimmt, die überschießenden Gewaltorgien sind auch nicht mein Krimigeschmack. Doch es gibt tatsächlich etliche kulinarische Krimis, zB die von den Kollegen Ella Danz und Pierre Emme. Thomas Kastura hat eine griechische Polizistin erfunden, deren Familie ein griechisches Restaurant führt - da wird auch mächtig geschlemmt. Und bei Andrea Camilleri - wird da nicht gekocht, dass es nur so schmaucht?
Bestens,
Friederike

PvC hat gesagt…

Danke für die Tipps!
In meiner Küche lagert sogar ein Andrea-Camilleri-Kochbuch ;-)
Grüße aus den orkanischen Vogesen - Petra