Samstag, 16. Oktober 2010

Fetzen und Fragmente

Inter2naut hat mich zu diesem Beitrag angeregt. Es geht um Unfertiges, vermeintlich nicht so Gutes, Unperfektes, Fragmentarisches, Zerrissenes, Abgegriffenes wie Abgewetztes - kurz: um all die Schönheiten auf dem langen Weg zum Text, an denen man sich entlanghangelt, bevor der Text ein Text ist.
Fetzen und Fragmente sind wie ein Waldspaziergang im Herbst. Du sammelst. Sackst ein, was sich zeigt, was schräg, krass, wirr, ulkig, drollig, versehrt, besonders ist. Zu Hause schüttest du die Schätze auf den Küchentisch und checkst ab: Was lasse ich, was nehme ich weg, für meine superduper ultimative Herbstcollage?
Ein Hindernis beim Schreiben und bei allem künstlerischen Schaffen besteht darin, dass wir allzu gern zum Vorabzensor unserer eigenen Kreativität werden. Wir sagen: Das da ist zu schlecht, zu schmutzig, zu doof, zu abgeschmackt, zu klischeehaft, zu kitschig, ungeeignet und einfach dumm. Deswegen ist es manchmal gar nicht so schlecht, irgendwo draußen in der Natur Sachen zu sammeln. Weil die Schönheit, die Anziehungskraft, das Spezielle im Detail, im Verworfenen und Beschädigten steckt.
Die Ermutigung lautet: Leg alles, was du eingesammelt hast, auf den Tisch. Guck dir alles genau an. Dann setze Akzente. Nimm weg und füge an. Ordne neu.
Und das war's dann auch schon.
Hier ist übrigens noch ein toller Artikel von Tara Sophia Mohr über den inneren Künstler.

Kommentare:

inter2naut hat gesagt…

Ich freue mich, dass ich diesen Beitrag angeregt habe. Er gefällt mir sehr gut. Und er motiviert.

Friederike Schmöe hat gesagt…

Inspiration ist immer willkommen!