Donnerstag, 1. Juli 2010

Prahlhans

O.k., den Fehler machen wir Autoren gern. Nach all der Recherchearbeit wollen wir mal deutlich zeigen, was wir alles wissen. Detailgeröll poltert im Text herum. Wir erklären dem Leser alles, aber auch wirklich alles - wir können es einfach nicht lassen. Dabei reicht dem Leser das Minimum an Info. Er muss die Geschichte verstehen, dem Faden folgen können, aber nur bis zur nächsten Kurve im Labyrinth, was dahinter liegt, bleibt bitte im Dunkel, und nein, wir schreiben keine Abhandlung über Labyrinthe!
Zu viel Information bremst die Geschichte aus und die Spannung sowieso. Die Kunst besteht darin, dem Leser nur die Spitze des Eisbergs zu erkennen zu geben, aber gleichzeitig einen Eisberg zu konstruieren, an dem das Krimischiff kaum vorbeikommt. Von allen Koteletts ist das Saftigste für den Leser reserviert. O.k., Vegetarier kriegen die fetteste Aubergine paniert!

1 Kommentar:

Henny Hidden hat gesagt…

Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Es ist so ärgerlich, wenn man als Leser aus der Geschichte heraustritt. Schöner Vergleich mit dem Eisberg.

LG

Henny