Donnerstag, 8. April 2010

Ein Stück Autor

Wieviel vom Autor will der Leser "haben"? Besitzen, kennen, durch die Mangel drehen, analysieren ... ? Als Schriftsteller scheint man der Öffentlichkeit gehören zu sollen, jedenfalls dem Publikum, das die Bücher liest und mag. Das kann stressig werden. Einkaufen? Einfach so, friedlich auf dem Mark? Bestimmt kommt jemand von hinten herangeschlichen, der wissen will, wie das nächste Buch heißt. Und wann es kommt (die entscheidende Frage). Der sich dafür interessiert, woher die Ideen herbeifliegen und ob Schreiben Hobby ist. Manche bohren genauer nach: Wann schreiben Sie? Nachts? (Sonderbares Klischee - bestimmt arbeiten mehr Ärzte, Busfahrer und Bahnschaffner nachts als Autoren!) So wird das eigene Arbeitsleben gläsern, und das kann erschöpfen. Aber es ist auch wunderbar, wenn die Leute was von einem wissen wollen. Denn es heißt, sie nehmen Anteil. Nicht nur an meinen Geschichten und Figuren, die da draußen in der Fantasiewelt lustwandeln, sondern auch an mir, meinen Ideen, sie sorgen sich um den Nachschub an Einfällen (keine Sorge, da stehen noch etliche Schlange!) - und das tut gut. Auch wenn ich auf dem Markt dann vergessen habe, ob ich Tomaten oder Paprikas kaufen wollte ...

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