Sonntag, 4. April 2010

Blumen

Lesungen sind wie Blumengeschenke. Sie erbauen - ohne dass man so genau versteht, warum. Denn eine Lesung ist in erster Linie Arbeit, und Konzentration wird auch gebraucht. Also kein Osterspaziergang. Aber sie machen eben auch unheimlich Freude. Man kriegt mit, wer da am anderen Ende der Nahrungskette sitzt und Spaß mit dem Buch; das zuerst nur eine diffuse Idee in meinem Kopf war; dann eine Verkettung von Wörtern; dann eine Datei; dann ein Exposé für den Verlag; dann ein Manuskript; dann Gegenstand eines Vertrages; dann ein täglicher Eintrag im Erledigen-Buch; und dann, irgendwann, eine Ware, die es für Geld zu kaufen gibt. Ich wundere mich selbst immer wieder, wie ein Gedanke (oder ein Sammelsurium von Gedanken, das zunächst nicht einmal ein richtiger Plan ist!) zu Materie werden kann.
Ja, und dann die Blumen am Ende einer Lesung. Manchmal in Form eines richtigen Straußes, manchmal als Diskussion, Plauderei oder Fragestunde getarnt. Und einmal brachte mir ein Leser eine Kerze mit. In Sternform. Einfach nur so. Sie sind klasse, meine Leser!

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