Sonntag, 7. März 2010

Schnäbel und Mäuler

Dem Volk aufs Maul schauen - ein Bonmot aus der Lutherkiste. Aber es macht auch Spaß! Allein im Café sitzen und zuhören, lauschen, beobachten. Für Krimiautoren ist es unerlässlich! Hören, was gesagt wird, aber auch wie es gesagt wird. Wie erzählen Menschen? Elliptisch. Ganz bestimmt formen sie keine Exposition, wie wir sie aus manchen Büchern kennen. Sie verquirlen auch nicht alle Hintergründe. Ab und zu lese ich ein Buch und mag die Dialoge nicht. Dann lege ich das Buch weg. Über zu lange Beschreibungen kann ich drüberblättern. Aber nicht über künstliche Dialoge. Durch sie werden Figuren zu Pappkameraden, denen man anmerkt, dass sie nicht "echt" sind, sondern erfunden wurden. Klar, alle literarischen Figuren wurden erfunden, aber geben wir es doch zu: Wir wollen glauben, dass sie echt sind. Darum braucht man gute Ohren. Um mitzukriegen, wie den Leuten in der wirklichen Welt der Schnabel gewachsen ist. Und um den eigenen Figuren genau solche Schnäbel zu verpassen!

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