Sonntag, 21. Februar 2010

Sprach-Fragmente

"Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt." (Ludwig Wittgenstein)
Wo immer ich bin - meine Sprache ist bei mir. In mir. Mit mir. Sie ist durch mich. Anders als Wittgenstein glaube ich aber nicht, dass sie viele Grenzen hat. Ist es eine Frage der Virutosität? Auf dem Sprachklavier klimpern kann jeder, aber Kunst machen?
Wittgenstein meinte eher: Wenn meine Sprache eine Ausdrucksmöglichkeit nicht besitzt, so vermag ich das 'unausdrückbare' Konzept auch nicht zu verstehen oder zu verinnerlichen. Das ist umstritten. Irgendwie stimmt es. Und stimmt doch nicht.
Wir Linguisten vertreten die Ansicht, dass jede Sprache alles auszudrücken vermag (ausgenommen Fachterminologie, aber darum geht es hier nicht).
Wenn ich reise, ist meine Sprache meine Heimat. Zu Hause auch. Meine Mutter-Sprache. Meine Sprache meine Mutter, mein Land mein Vater? Hm. Sprache kann tragen, wie Verse tragen.
"Die gleiche Sprache sprechen" sagt man und meint: Wir haben die gleiche Einstellung, die gleichen Ideen von der Welt. Wir fühlen Einverständnis.
"Jemandem verschlägt es die Sprache": Da ist etwas kaum zu fassen, kaum zu begreifen, erscheint vollkommen abwegig. Oder: Jemand spielt den Empörten.
Euphemismen tun der Sprache weh, und Umberto Eco bezeichnet die politische Korrektheit als "rote Brigaden der Sprache" - Sprache als Schlachtfeld?
Sogar Bilder können eine Sprache sprechen, eine deutliche. Man kann Taten sprechen lassen.
Ein fragmentarischer Post: Sprache über Sprache.

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