Donnerstag, 5. November 2009

Über Vorstellungskraft

Von Albert Einstein stammt das Bonmot, Vorstellungskraft sei wichtiger als Wissen. Womit er zweifellos recht hat. Vorstellungskraft ist die treibende Kraft des Forschers wie des Schriftstellers. Fantasie ist jedoch eine subversive Dame - vermutlich ist dies der Grund, warum sie in der Schule und an anderer Stelle, wo Behörden das Sagen haben, unterdrückt wird. Fantasie könnte gefährlich werden, sobald der sich der Fantasie Bedienende einen simplen Konditionalsatz bildet: "Was wäre, wenn ..." und seiner Vorstellungskraft einmal freien Lauf ließe. Auf diese Weise wurden Könige gestürzt, Mauern eingerissen und - Klischee! - Berge versetzt. Der Gedanke, was alles möglich sein könnte, lässt den Menschen erstarken. Er sieht plötzlich eine Chance zur Veränderung. Er entdeckt, dass er Macht erlangen kann. Da das eigene Leben ohnehin das einzige ist, was einem wirklich gehört, bedeutet Macht über dieses eigene Leben eine ganze Menge.
Obwohl Schulen und andere Institutionen versuchen, den in ihnen gefangenen Individuen die Fantasie abzutrainieren, gibt es ein paar ganz gute Methoden, um sie wiederzugewinnen. Letztlich braucht es dazu nicht einmal eine "Methode". Es reicht, gute Bücher zu lesen, so wenig wie möglich fernzusehen und - zu schreiben!

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