Montag, 30. November 2009

Über Charakterköpfe

Inspiriert von der Leserunde im Büchertreff habe ich über literarische Figuren nachgedacht. Darüber, was Leser an den Buchpersonen fesselt. Ich vermute, alle Autoren arbeiten zeitlebens daran, ihre Figuren stärker und glaubwürdiger zu machen. Das Sonderbare ist nur: Wenn eine Figur ein Charakterkopf ist, spüren wir das - aber sagen, welche Eigenschaften sie haben sollte, das ist nicht so einfach. Klar, sie braucht Ecken und Kanten, vielleicht eine dramatische oder traumatische Vergangenheit und so weiter. Keinen Pappkameraden, der nur dazu da ist, die Handlung aufrechtzuerhalten. Viele Leser genießen es, so nah wie möglich bei der Figur zu sein - in ihrem Kopf. Sie überall hin zu begleiten. Von anderen Lesern habe ich gehört, dass sie Figuren mögen, die auf Distanz bleiben. Oder ist es einfach Geschmacksache? Aber was ist dann "Geschmack"? Wird uns eine Figur durch die Art nähergebracht, wie sie spricht?
Kea Laverde ist nicht nett. Mit ihr ist nicht so leicht Kirschen essen. Trifft man sich mit ihr zu einem Cappuccino, könnte es sein, dass man genervt weggeht.
Ist Kea eine Antiheldin? Muss man den Helden lieben? Ich komme ins Grübeln ...

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