Sonntag, 22. November 2009

Irritiert oder fasziniert?

Beides ist ein guter Einstieg in ein neues Projekt. Was uns kalt lässt, wird wahrscheinlich auch nicht interessant. Wo wir aber die Stirn runzeln oder neugierig näher hinschauen, da kann was draus werden. Viele Anfänger lassen die Finger von Irritationen. Leider - denn dort gibt es viel zu holen. Was uns irritiert, lässt uns oft ein Leben lang nicht los. Doch wir umgehen diese Themen. Aus Angst, uns irgendwo den Kopf zu stoßen? Mit Scheußlichkeiten konfrontiert zu werden? Geister zu rufen, die wir dann nicht mehr loswerden?
Vermutlich. Menschen meiden gern, was ihnen nahegehen könnte. Was nahegeht, schmerzt zuweilen, und Schmerz mag man nicht. Künstler, Schriftsteller jedoch gehen mit Beharrlichkeit auf diese schwarzen Löcher zu. Nicht etwa, weil sie masochistisch veranlagt wären, sondern weil sie aus Erfahrung (oder Instinkt?) wissen, dass sie hier ihr nächstes großes Thema, ihr Buch, ihren Roman andocken können. Als sei der Schmerz ein Anlegesteg in einem riesigen See, und das Schiff, das dort anlandet, ein neues Buch, das den Schmerz, die Irritation mit an Bord nimmt.

Keine Kommentare: