Freitag, 6. November 2009

Freunde des Nachtlebens

Das Leben als Krimiautorin bringt es mit sich, dass man viel am Abend unterwegs ist. Beziehungsweise in der Nacht. Und auch in abgelegenen Gebieten, die ich ohne eine Einladung zur Krimilesung womöglich nicht kennengelernt hätte. Schon gar nicht an einem düsteren Novemberabend. Ein Navigationssystem im Auto kann da schon von Vorteil sein und gute Nerven sowie ein muskulöser Begleiter, wenn man durch einsame Wälder in deutschen Mittelgebirgen kurvt. Wohlgemerkt, als Krimiautorin finde ich suggestive Plätze ja klasse, besonders wenn sie einen gewissen Spuk-Effekt mitbringen. So rollten wir neulich durch Thüringen. Auf der Rückfahrt von einer Lesung in einem durch Baustellen entstellten Ort. GPS gab angesichts der vielen gesperrten Straßen und Einbahnregelungen auf, und die Schilder, die zur Autobahn wiesen, rechneten uns auch den Umweg nicht vor, den sie aus unbekannten Gründen einkalkulierten.
Aber, was für eine stimmungsvoller Fahrt das war! Haarnadelkurven, Berg und Tal, Wald bis fast zum Mittelstreifen, Nebelfetzen, wir ganz allein.
Ganz allein?
Aber nein. Man soll sich ja nie zu sicher sein. Ein kleiner, neugieriger Trotzkopf mit rotem Fell wagte sich nah heran. Streckte seine spitze Nase aus dem Straßengraben hervor. Ein Fuchs, Abkömmling des in Literatenkreisen bekannten Reinecke! Und schon reifte da eine Idee. Mystery, Genremix, Krimi. Hm. Was wäre, wenn ...
... so ein Fuchs mal an einer Lesung teilnähme?

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