Sonntag, 1. November 2009

Agatha und ich

Schon schön, so ein neuer Kurzgeschichtenband. Eben ist meine Kurzgeschichte "Ein Pfeffersack macht Ärger" beim Inselverlag erschienen.
Venedig 1347. Anna, die im Deutschen Haus die Buchhaltung führt, verliebt sich in den Nürnberger Gewürzhändler Chunrath. Als ihr Geliebter eines Morgens tot im Canal Grande treibt, ermittelt sie auf eigene Faust im Sumpf der Korruption ...
Nachdem ich im Habilitationsverfahren die fantastische Welt des Fondaco dei Tedeschi, des Deutschen Hauses, in Venedig kennengelernt hatte, dachte ich immer wieder darüber nach, einen Krimi im Spätmittelalter spielen zu lassen, und dann im winterlichen Venedig. Das Deutsche Haus war seinerzeit das Zentrum des deutschen Handels in Venedig. Die deutschen Kaufleute mussten ihre Waren dort lagern, außerdem dort wohnen und durften Geschäfte nur machen, wenn sie einen Sensalen dabeihatten, der das Business überwachte und genau aufpasste, dass auch alle Steuern und Abgaben bezahlt wurden. Kurz: Ein Hort der Korruption, der möglichen Umwege, der Kleinkriminellen. Die Nürnberger Gewürzhändler wurden damals auch "Pfeffersäcke" genannt, und um einen solchen geht es im winterlichen Venedigkrimi. Witzigerweise ist er nach einer Short Story von Agatha Christie abgedruckt ... Vorbilder werden nie alt!

Viele Grüße vom Deutschen Haus am Canal Grande, gleich an der Rialto-Brücke:

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